Rückkehr der Friedensstatue Ari nach Moabit – Erinnerung, Widerstand und Denkmäler von unten
Pressemitteilung des Korea Verbands; Berlin-Moabit, Januar 2026
Am 22. Januar 2026 wird die Rückkehr der Friedensstatue Ari nach Moabit mit einer öffentlichen Veranstaltung im ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik gefeiert. Nach ihrer gewaltsamen Entfernung vom Standort Bremer Straße / Ecke Birkenstraße am 17. Oktober 2025 kehrt Ari damit vorläufig in den Kiez zurück. Der Korea Verband und die AG Trostfrauen danken dem ZK/U ausdrücklich für die Bereitschaft, Ari für den Zeitraum eines Jahres aufzunehmen, sodass der Zugang für die Öffentlichkeit weiterhin gegeben ist. Dennoch kämpfen wir für einen dauerhaften Standort im öffentlichen Raum.
Die Friedensstatue Ari war über fünf Jahre ein zentraler Erinnerungs- und Begegnungsort in Moabit. Errichtet vom Korea Verband mit Genehmigung des Bezirksamts Mitte, entwickelte sie sich schnell zu einem „Denkmal von unten“ – getragen von zivilgesellschaftlichem Engagement und genutzt von unterschiedlichen Akteuren und migrantischen Communities.
Das Moabiter Kiezmagazin Moazin schrieb nach der Entfernung der Statue: „Ari war mehr als eine Statue.“ Weiter heißt es dort, nach dem Abbau „klafft ein Loch in Moabit, an dem Menschen bis heute regelmäßig Blumen ablegen“.
Ari stand dabei nicht nur für das Leid koreanischer Frauen, die im Zweiten Weltkrieg zur sexuellen Gewalt gezwungen wurden, sondern symbolisch für Hunderttausende Betroffene aus über 14 Ländern aus dem Asien-Pazifik-Raum. Auch die deutsche Geschichte ist Teil dieses Zusammenhangs, etwa durch die militärischen Verbindungen zwischen Japan und dem nationalsozialistischen Deutschland.
Beweggründe der AG Trostfrauen:
„Unser Anliegen war es, mit der Aufstellung auf die Kraft und den Mut der ehemaligen „Trostfrauen“ aufmerksam zu machen und anderen Betroffenen sexualisierter Gewalt Hoffnung zu geben. Umso beschämender ist es, dass sich einige Politiker*innen in Deutschland nicht mit dieser Bewegung solidarisierten, sondern sich auf die Seite der Täternation Japan stellten und den Willen ihrer eigenen Bürger*innen ignorierten.
Über Jahre hinweg wurde Ari von verschiedenen Communities als Gedenkort genutzt, unter anderem für die jährliche Veranstaltung „In Memory, In Resistance“. Der Name „Ari“ selbst entstand in einem gemeinschaftlichen Prozess; er bedeutet auf Armenisch „die Mutige“ und verweist zugleich auf den Genozid an den Armenier*innen 1915.
Trotz breiter Unterstützung aus der Zivilgesellschaft und einem beschlossenen Einwohner*innenantrag der BVV Berlin-Mitte wurde Ari nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit dem Bezirksamt Mitte entfernt. Die Begründung erfolgte über nachträglich geschaffene verwaltungsrechtliche Regelungen. Private Kunstwerke dürfen nur noch maximal zwei Jahre im öffentlichen Raum aufgestellt werden.
Korea Verband glücklich über neues Zuhause:
„Wir sind glücklich, dass Ari ein neues Zuhause gefunden hat, in dem sie, so wie sie ist, angenommen und in ihrer Bedeutung respektiert wird. Als Kunstwerk und Mahnmal aus antikolonialem Widerstand ist sie nach Berlin gekommen und hat sich hier zu einem dekolonialen Ort des Erinnerns entwickelt. Wir werden weiter füreinander einstehen, bis auch die Politik und die Verwaltung Aris Bedeutung anerkennen und respektieren.
Die Rückkehr der Statue nach Moabit ist daher mehr als ein symbolischer Akt. Sie wirft grundlegende Fragen auf:
- Wer darf im öffentlichen Raum erinnern?
- Wessen Geschichte wird sichtbar gemacht?
- Und welchen Platz haben die Perspektiven von Frauen und Migrant*innen in der deutschen Erinnerungskultur?
Diese Fragen stehen im Zentrum der Einweihungsfeier am 22. Januar.
Unser Ziel ist klar:
Die Friedensstatue soll langfristig an die Bremer Straße / Birkenstraße zurückkehren.
Die temporäre Unterbringung im ZK/U wird als wichtige Übergangslösung verstanden – der politische Prozess ist damit jedoch nicht abgeschlossen.
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